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Kinder werden zum Geschäftsmodell

Ganz anders wirkte der Geldsegen der Ursula von der Leyen in den unteren Gesellschaftsschichten. Hier hilft es den Frauen, ihre Kinderwünsche umzusetzen. Es ist sogar ein Anreiz. Mehr als jedes zweite Baby wird in Deutschland in Familien geboren, in denen Geld knapp ist. Der Grund dafür ist einfach: Kindergeld, die 300 Euro Elterngeld, dazu vielleicht noch der Geschwisterzuschlag – die Hilfen des Staates erhöhen hier spürbar das Familieneinkommen. Kinder werden – gar nicht unbedingt bewusst – zum Geschäftsmodell.

Für die Zukunft heißt das nichts Gutes: Der Anteil der Kinder aus bildungsfernen Familien wird weiter steigen. Die Schicht der Transferempfänger reproduziert sich selbst in einem Land, in dem sozialer Aufstieg seltener gelingt als anderswo – auch weil sich viele im Sozialstaat eingerichtet und den Willen zum Aufstieg aus eigener Kraft aufgegeben haben. Von den gesellschaftlichen Folgekosten dieser Entwicklung will kaum einer sprechen. Nicht zuletzt, weil es politisch wenig korrekt ist, auf die falschen Anreizwirkung des Geldsegens hinzuweisen. Im Gegenteil: Um den Kampf gegen Kinderarmut zu gewinnen, wird in der Politik der Ruf nach noch höheren Sozialtransfers lauter. Die Folge: Der Trend, dass vor allem in bildungsfernen Schichten Kinder geboren werden, wird sich weiter verstärken.
faz.net

Pro Tag sterben 26 000 Kinder unter fünf Jahren

Bericht des Uno-Kinderhilfswerks:
Die Zahl der Kinder, die vor ihrem fünften Geburtstag sterben, hat weltweit abgenommen. Im Jahre 2006 fiel sie erstmals unter die Grenze von 10 Millionen, nämlich auf 9,7 Millionen. 1990 starben noch 13 Millionen Kinder dieser Altersgruppe.

In China sank die Kindersterblichkeitsrate von 45 Todesfällen pro 1000 Lebendgeburten 1990 auf 24 im Jahr 2006. Das entspricht einem Rückgang um 47 Prozent. In Indien ging die Kindersterblichkeit nur um 34 Prozent zurück. Sechs Länder – Bangladesh, Bhutan, Bolivien, Eritrea, Laos und Nepal – konnten die Kindersterblichkeit in derselben Periode um 50 Prozent oder mehr verringern. Äthiopien erreichte einen Rückgang um 40 Prozent. In vielen der 62 Staaten, die kaum Fortschritt erzielten, gab es während Jahren bewaffnete Konflikte oder eine hohe HIV-Rate, wie Veneman ausführte.
nzz.ch

Das Ende der Globalisierung

Finanzinstitute kollabieren, die Inflation kehrt zurück, das Öl ist teuer, viele Länder erwarten eine Rezession. Die Staatengemeinschaft tüftelt an strengeren Regeln für die Kreditbranche, viele Politiker des Westens entdecken den Protektionismus wieder, natürlich nur zum Schutze der eigenen Bürger. Und am Dienstag sind nun fürs Erste auch die Verhandlungen über die Liberalisierung des Welthandels in Genf gescheitert. Damit ist die vielleicht letzte Hoffnung dahin, in diesem Krisenjahr überhaupt noch ein positives Zeichen für die Globalisierung zu setzen. Die nationalen Egos, allen voran das der USA, waren stärker als der Wunsch nach einem Abkommen, das vor allem den Entwicklungsländern helfen und beweisen sollte: Die Weltwirtschaft ist für alle da.
zeit.de

Dass die 152 Regierungsvertreter sich auch sieben Jahre nach der Eröffnung der nach der Stadt Doha benannten Runde nicht auf neue Regeln für den Handel einigen können, ist tatsächlich sehr bitter. Blamiert haben sich dabei erneut die Industrieländer. Denn ihr Versprechen, den Welthandel vor allem für die armen Länder fairer zu gestalten, hat sich einmal mehr als Propaganda erwiesen. Offensichtlich sind sie nicht in der Lage, im Konsens mit dem Süden zu sinnvollen neuen Absprachen zu kommen.
zeit.de

Statistik und das wahre Leben in den USA

Nur in einem einzigen Land der Welt ist das Pro-Kopf-Einkommen höher als in den USA, doch in 41 Ländern leben die Leute im Durchschnitt länger. 80 Millionen Amerikaner verdienen zu wenig, um eine Familie zu unterhalten.

Ein guter Teil der Probleme der Vereinigten Staaten geht laut den Autoren darauf zurück, dass viele Kinder in Armut geboren werden. Unter den 25 reichsten Ländern der Welt liegt Amerika auf Platz eins, was Armut unter Kindern betrifft. Fast jedes fünfte amerikanische Kind lebt in Armut, jedes 13. im Elend. In den ersten Lebensjahren – so die Autoren – würden entscheidende Faktoren einwirken, die die Chancen eines Kindes förderten oder verminderten, später sein Schicksal weitgehend selbst zu bestimmen.
nzz.ch

Gestrandet am Tor zu Europa

Flüchtlinge aus ganz Afrika versuchen, über Marokko nach Europa zu kommen. Weil Kontrollen und Abschieberegelungen strikter werden, schicken Familien immer häufiger Kinder – die dann in Tanger hängen bleiben.
focus.de

Gewalt von unten

Koma-Saufen, Bandenkriege, Hoffnungslosigkeit: Die Verwahrlosung weiter Schichten schreitet voran – und trifft Jugendliche am härtesten. In Großbritannien wird darüber offen gesprochen. In Deutschland noch nicht.

Jugendgewalt gilt hüben wie drüben als besonders sensibler Indikator für gesellschaftlichen Zerfall – wird aber in beiden Ländern sehr unterschiedlich diskutiert. In Deutschland erregte zuletzt die Aktivität »junger krimineller Ausländer« die Gemüter, wobei im Subtext der Debatte stets mitschwang, das Gewaltproblem sei ein importiertes und müsse sich dementsprechend auch wieder exportieren lassen – zur Not durch Ausweisung.
zeit.de

Manch einer wird schon im Kindergarten zum Problemfall.
Der Tatort, das Haus Nummer fünf in der Thomasiusstraße, ist vier Stockwerke hoch, würfelförmig. Im Sommer stehen die Balkontüren offen, die Wände sind hellhörig. Aber natürlich hat kein Anwohner etwas von dem Aufruhr mitbekommen – ebenso wenig wie die Nachbarn ein paar Häuser weiter, als dort vor sechs Jahren zwei von ihrer Mutter eingesperrte kleine Jungen tagelang ihrem Tod durch Verdursten entgegenwimmerten.
zeit.de

Gewalt : zeit.de

Wer nichts weiß, bleibt arm

Es muss nicht schlecht sein, den Familien mehr Geld zu geben, wie es SPD und Union wollen. Aber besser ist, endlich mehr Geld in Bildung zu stecken. Nur so lässt sich Kinderarmut dauerhaft bekämpfen.
sueddeutsche.de

Inflation: Arme verlieren mehr als Reiche

"Die Inflationslast, die einkommensschwache Haushalte zu tragen haben, ist deutlich höher als die wohlhabender Haushalte", sagt Hans Wolfgang Brachinger, Professor für Wirtschaftsstatistik an der schweizerischen Universität Fribourg. Er begründet dies vor allem damit, dass ärmere Schichten im Verhältnis zu ihren Gesamteinkünften mehr Geld für Lebensmittel und Energie aufbringen müssen.
sueddeutsche.de